Unser Projekt zur Erstellung einer CO2-Energiestudie ist EFRE gefördert

18.06.2019

Sachbericht

zur Erstellung einer Energiestudie zur CO2-Reduzierung in der Kläranlage Wittstock

 

Der Wasser- und Abwasserverband Wittstock entsorgt und reinigt das Schmutzwasser der Stadt Wittstock/Dosse und der Gemeinde Heiligengrabe. Unter anderem wird die Kläranlage Wittstock mit ca. 14.000 angeschlossenen Einwohnern betrieben.

Die Kläranlage Wittstock ist zugleich der größte Stromverbraucher des Verbandes. Der Verband ist daher aus  ökologischen und wirtschaftlichen Gründen in der Pflicht, ein hohes Maß an Energieeffizienz auf allen Anlageteilen zu erreichen und somit zur CO2-Reduzierung beizutragen.

 

Aus diesem Grund hat der Verband die Energieeffizienz der Anlage im Rahmen einer Energiestudie ermitteln lassen. Im Ergebnis wurden folgende Maßnahmen zur Verbesserung ermittelt:

 

M 1 – Inbetriebnahme des 2. Belebungsbeckens

 

Die Kläranlage Wittstock wurde mit zwei Belebungsbecken errichtet.

Gegenwärtig wird nur ein Belebungsbecken auf der Kläranlage betrieben. Diese Verfahrensweise hat den Nachteil, dass die Zeit für den Sauerstoffeintrag auf ca. die halbe Tageszeit begrenzt ist. In der Konsequenz kommt es zu einem sehr unregelmäßigen Stromverbrauch und einer hohen Leistungsvorhaltung (139 kW). Um diesen Zustand zu verbessern, ist es geplant, im nächsten Jähr das zweite Belebungsbecken in Betrieb zu nehmen. Dadurch wird eine kontinuierliche Energieabnahme gewährleistet. Es ist davon auszugehen, dass auf diese Weise die Abrechnungsleistung von 139 kW auf ca. 100 kW reduziert werden kann.

 

ð Umsetzung der Maßnahme: 2020

 

M 2 – Erneuerung der Gebläse

 

Für die Gebläse zur Belüftung der Belebungsbecken werden ca. 70 % des Energieverbrauches der Kläranlage benötigt. Der spezifische Energieverbrauch der vorhandenen Gebläse ist aus heutiger Sicht recht hoch. Die im Rahmen der Energiestudie erstellte Gegenüberstellung verschiedener Gebläsetypen zeigt, dass bei einem Gebläsewechsel eine deutliche Energieeinsparung möglich ist. Danach ergibt sich eine Verringerung des Stromverbrauchs von ca. 10 % für das Drehkolbengebläse und den Hybridverdichter. Der Einsatz des Turboverdichters würde eine Verringerung des Stromverbrauches von über 25 % erzielen.

 

ð Umsetzung der Maßnahme: 2020

 

M 3 – Verlängerung einer Transportluftleitung

 

Die Maßnahme konnte in keinem vorteilhaften Verhältnis zur CO2-Reduzierung dargestellt werden, so dass eine Umsetzung nicht weiter betrachtet wird.

 

M 4 – Außerbetriebnahme einer Nachklärung

 

Die Kläranlage Wittstock verfügt über zwei Nachklärbecken, wobei eines der beiden bereits für die 2. Ausbaustufe (38.000 Einwohner) errichtet wurde. In der Studie wurde die Funktionssicherheit der Nachklärung bei Außerbetriebnahme eines Beckens nachgewiesen, die sich verfahrenstechnisch und energetisch vorteilhaft darstellt

 

ð Umsetzung der Maßnahme IV. Quartal 2019

 

M 5 – Energieproduktion über eine PV-Anlage

 

Der WAV Wittstock plant die Überdachung des Schlammlagerplatzes auf der Kläranlage Wittstock, um die Qualität des entwässerten Klärschlammes zukünftig zu sichern.

Somit steht eine Dachfläche von ca. 900 m² zur Verfügung, welche zur Aufnahme von Photovoltaik geeignet ist. Ziel ist es, den produzierten Strom zu möglichst 100 % auf der Kläranlage zu verbrauchen. Anhand des derzeitigen Energielastganges der Kläranlage Wittstock wurde eine PV-Anlage von 99,9 kWp ermittelt. Auf den Gesamtenergieverbrauch der Kläranlage bezogen, könnten somit ca. 22 % der benötigten Energie selbst produziert werden und deutlich zur Reduktion der CO2-Emission beitragen.

 

ð Umsetzung der Maßnahme: 2020

 

Foto: Unser Projekt ist EFRE gefördert